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Stell dir vor du bist in einer fernen Großstadt irgendwo auf der Welt. Keiner spricht deine Sprache, du kannst die Schriftzeichen nicht lesen, du kannst dich nicht verständigen, nicht einmal nach dem Weg fragen. Die Bräuche, Sitten und Traditionen sind dir völlig fremd. Du fragst dich zum Beispiel, ob Händeschütteln die richtige Begrüßung ist oder was anstelle zu tun ist. Du kennst die Verkehrsordnung nicht – wenn es denn überhaupt eine gibt. Kommt dir das bekannt vor? Dann solltest du dich mit dem Cultural Fit vertraut machen.

Cultural Fit – Was ist das?

Auf diese typischen Kulturerfahrungen kann dich kein Reiseführer vorbereiten. Wenn wir in einer fremden Kultur, à la „Lost in Translation“ unterwegs sind, nehmen wir unsere eigene oft viel bewusster wahr, wir sehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten, wir spüren unsere Werte und erkennen unsere eigenen Denk- und Handlungsweisen.

Kulturerfahrungen spielen heute nicht mehr nur beim Reisen eine enorme Rolle – auch die Bedeutung der Kultur in einem Unternehmen wächst rasant. Mitarbeiter*innen zu finden, bei denen nicht nur die Soft und Hard Skills auf die ausgeschriebene Position passen, sondern auch der Cultural Fit, ist ein 6er im Lotto! Denn die richtige Personalauswahl trägt langfristig zum Unternehmenserfolg bei. Der sogenannte Cultural Fit, sprich die kulturelle Übereinstimmung der Mitarbeiter*innen mit den Werten und Handlungsweisen des Unternehmens, ist aktuell der Schlüsselbegriff, wenn es um die Rekrutierung neuer Mitarbeiter*innen geht. Schließlich soll ein guter Cultural Fit positive Auswirkungen auf die Mitarbeiterbindung, – zufriedenheit und -motivation haben, sodass sich die Mitarbeiter* nicht nur pudelwohl fühlen, sondern auch ihr volles Potenzial entfalten und ausschöpfen können.

Tools und Methoden: Wie kann man den Cultural Fit messen?

Um die Cultural-Fit-Kriterien entwickeln zu können, muss ein Unternehmen zunächst seine eigene Unternehmenskultur kennen. Hier kommt das Eisbergmodell ins Spiel. Vision, Strategie, festgeschriebene Werte, Ziele und Richtlinien bilden die Spitze des Eisbergs, sie sind sichtbar und bewusste Bestandteile der Unternehmenskultur. Aber bei einem Eisberg – das kennen wir alle aus dem Film „Titanic“ – liegt der Großteil unter Wasser, im Verborgenen: Nämlich die Werte, die man nicht sofort wahrnimmt, beispielsweise die Herangehensweise, wie Probleme gelöst werden, nach welcher Vision das Unternehmen strebt, die Emotionen, ungeschriebene Regeln und Verhaltensweisen im Unternehmen. Da jedes Unternehmen verschieden ist, gibt es auch kein einheitliches Modell für Unternehmenskulturen – dies sollte unbedingt jedes Unternehmen für sich selbst entwickeln, indem es seine Grundwerte, die die Basis einer jeden Unternehmenskultur bilden, definiert. Hier findest du übrigens unsere Unternehmenswerte.

Für das Bewerbungsgespräch gilt, relevante Testfragen und Methoden zu entwickeln, denn mithilfe der richtigen Fragen im Bewerbungsgespräch können bereits erste Wertvorstellungen des Kandidaten* abgefragt werden. Vor allem verhaltensbasierte Interviewfragen helfen dabei, Einblicke in die individuellen Fertigkeiten, Fähigkeiten und die Persönlichkeit des*der Bewerbers*in zu bekommen. Bei einem ungezwungenen Bewerbungsgespräch erfährt man tatsächlich viel mehr über die sozialen Kompetenzen eines*r Bewerbers*in als bei einem bloßen Frage-Antwort-Interview. Wird im Unternehmen beispielsweise in flach organisierten Teams gearbeitet, sollte zum Beispiel ein wichtiges Auswahlkriterium sein, wie gut ein*e Bewerber*in Aufgaben abgeben kann. Der Einsatz eignungsdiagnostischer Testverfahren mit Hilfe einer Software ermöglicht es Unternehmen, im Rahmen eines Company Culture Tests ihre Werte einzupflegen. Damit kann der Cultural Fit eines Kandidaten* gemessen werden und ein Recruiter hat eine valide Ahnung davon, wie gut der potenzielle Kandidat* zum Unternehmen passt.

The mix matters – Diversity im Unternehmen

Es ist für jedes Unternehmen essenziell, die Art und Weise, wie es die kulturelle Eignung prüft, neu zu bewerten und sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter* die gleichen Chancen erhalten. Unternehmen sollten sich unbedingt darauf konzentrieren, wie gut die Werte der Person mit denen der Organisation übereinstimmen, und nicht darauf, wie gut die persönlichen Merkmale wie Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Alter und sexuelle Orientierung mit der aktuellen Belegschaft übereinstimmen.

Beim Cultural Fit soll es nicht darum gehen, möglichst viele Klone zu finden und einzustellen. Vielmehr geht es darum, dass Menschen mit unterschiedlich ausgeprägten Persönlichkeiten in das Unternehmen passen, solange ihre Grundwerte übereinstimmen. Dies erhöht die Vielfalt im Unternehmen und bereichert die Unternehmenskultur ungemein. „The mix matters“ – die Forschung hat immer wieder gezeigt, dass vielfältige Teams innovativer arbeiten.

Zudem sollten Recruiter*innen ihre persönlichen Vorlieben und Präferenzen bei dem Entscheidungsprozess außen vor lassen. Einen Mitarbeiter* einzustellen, der gleiche Hobbies oder Interessen hat und mit dem man auch gerne mal ein Feierabendbier trinken würde, sind keine guten Gründe dafür, dass der Kandidat* auch kulturell gut passt. Nur nach dem Bauchgefühl zu gehen – ein absolutes No-Go beim professionellen Recruiting.

Ist ein echter Cultural Fit gefunden, so hat dieser positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit sowie die Kultur des Unternehmens. Unsere Lebenswelt und Wertvorstellungen ändern sich jedoch von Zeit zu Zeit, daher ist es sinnvoll, auch die Kriterien für einen passgenauen Cultural Fit zu überprüfen und anzupassen. Befindet sich das Unternehmen gerade in einem Change-Prozess, sollte dies in den Kriterien berücksichtigt werden, sodass die neuen Mitarbeiter* dazu beitragen können, den Prozess zu beschleunigen sowie ihre Kollegen*innen auf die Reise mitzunehmen und zu inspirieren. Das Recruiting und Onboarding neuer Mitarbeiter* bietet zudem die Gelegenheit, die Unternehmenskultur durch deren Befragung erneut auf den Prüfstand zu stellen durch einen Abgleich der Wahrnehmungen weiterzuentwickeln.

Wir bringen zusammen, was zusammengehört und vor allem auch passt. Mit unserem Company Culture Compass machen wir Unternehmenskultur messbar. Das ermöglicht uns, ein Ist-Profil zu erstellen und dieses mit den Antworten der Kandidaten*innen zu vergleichen. So können wir den Cultural Fit zwischen Unternehmen und Kandidaten*innen bewerten. Effizient, passgenau und innovativ.

Du suchst professionellen Recruiting-Support? Let’s talk.

Ilona Potaszkin-Ramić

Bei bits&birds ist Ilona für alle Marketing Aktivitäten vom LinkedIn Post bis hin zur Google Ads Kampagne verantwortlich und bringt so unsere Social Media Kanäle zum Glühen.